Systemische Teamentwicklung – damit Teams ihr Potential voll ausschöpfen

16. Jul 2019

Auch wenn die Arbeitswelt immer digitaler wird, immer mehr Prozesse automatisiert werden, an vielen Stellen Menschen von Maschinen ersetzt werden, so arbeiten doch in allen Unternehmen nach wie vor Menschen. Menschen, die Mitarbeiter und Kollegen sind. Kollegen in Teams und Arbeitsgruppen. Und Menschen sind nun mal keine Maschinen. Menschen haben Bedürfnisse und Emotionen. Und das ist der Grund, warum es immer wieder zu Spannungen, zu Konflikten, zu Blockaden bei der (Team-)arbeit kommt. Denn jeder Mensch ist anders, hat andere Bedürfnisse, reagiert anders auf seine Umwelt und zeigt seine Emotionen auf unterschiedliche Art und Weise.

Wenn die Arbeit ins Stocken gerät oder Probleme so offensichtlich werden, dass sie nicht mehr ignoriert werden können, ist oft der erste Instinkt, etwas an den Prozessen, an der Struktur zu ändern. Auch viele Berater setzen auf den Dreiklang Analyse – Maßnahmenplanung – Umsetzung.

Beziehung vor Inhalt – wer emotional im Widerstand ist, macht inhaltlich niemals einen Schritt nach vorne

Doch jeder, der so eine Situation bereits erlebt hat weiß, dass die rein inhaltliche Verbesserung bzw. Veränderung nur dann von den Mitarbeitern mit umgesetzt wird, wenn diese dazu bereit und motiviert sind. Bestehen jedoch Konflikte auf der zwischenmenschlichen Ebene, also in der Beziehung zu den Kollegen oder zum Chef, kann die Maßnahme noch so durchdacht und ausgefeilt sein – sie wird dennoch Widerstand hervorrufen und im Nirvana verpuffen.

Und hier setzt meine Arbeit als systemischer Teamentwickler an. Sie fokussiert sich in erster Linie auf eine Reflexion der Zusammenarbeit, auf die Zusammenhänge, auf das "System des Problems".

 

Zentrale Fragen der systemischen Teamentwicklung sind:

  • Welche Bedingungen führen zur aktuellen Situation?
  • Was führt zu Unzufriedenheit?
  • Was sorgt für Zufriedenheit?
  • Wie geht es dem Einzelnen und wie dem Einzelnen mit den Anderen, dem Team?
  • Wie schauen die Teammitglieder auf die gemeinsame Aufgabe?
  • Was läuft bereits gut, was weniger gut?

Dabei ist das Ziel immer eine optimale Erfüllung der Aufgabe bei maximaler Zufriedenheit der Mitarbeiter

So ist langfristiger Erfolg, eine produktive Zusammenarbeit und anhaltende Motivation möglich.

Nachhaltige Verbesserung der Zusammenarbeit durch erfolgreiche Teamentwicklung

Dies kann beispielsweise in Form von Teamentwicklungs-Workshops passieren, oder als Konfliktmoderation die helfen kann, Konflikte im Team in einem geschützten Rahmen erstmal auszusprechen und im Idealfall zu lösen.

Viele Menschen scheuen sich vor Konfrontationen, vor der offenen Ansprache und dem Austragen von Konflikten. Doch schlummern diese verborgen unter einer Decke, verbraten sie unsagbar viel Energie aus dem Team was die Zusammenarbeit und Effektivität sichtbar hemmt.

Dies wird oft besonders deutlich, wenn eine offene Aussprache, eine ehrliche und konstruktive Kommunikation stattfindet. Das kann zwar erstmal zu einem Eklat, zu Schock, zu Verstörung führen, doch was danach an positiver Energie freigesetzt wird, gleicht der reinen Luft und der plötzlichen Erleichterung nach einem schweren, lang ersehnten Gewitter an einem schwülen Sommertag.

Es geht immer um den Menschen!

Denn egal um was es inhaltlich geht, letztendlich geht es immer um den Menschen. Um seine (unerfüllten) Bedürfnisse, seine (unausgesprochenen) Ängste und Sorgen, seine Gefühle. Negative Gefühle wie Wut, Aggression, Trotz oder Anspannung sind der Ausdruck von unerfüllten Bedürfnissen. Kenne ich die Bedürfnisse, kann ich also auch Einfluss auf die Gefühle der Mitarbeiter und Kollegen nehmen. Welches Bedürfnis verbirgt sich hinter einem Vorwurf? Was will die Person eigentlich sagen und was bedeutet das für das Team?

Wie auch in Liebesbeziehungen sind die vordergründigen Argumente oft nur Auslöser für eine Diskussion. Eigentlich geht es nicht um die offene Zahnpastatube oder das Nichteinhalten eines Termins. Auch wenn lang und breit darüber diskutiert wird, Regeln aufgestellt und Maßnahmen entwickelt werden, die das unerfreuliche Verhalten bitteschön umgehend einstellen sollen. Herauszufinden, worum es wirklich geht und wofür diese Symptomatik im Team steht, ist unter anderem Aufgabe des Teamentwicklers. Wir sehen uns als Rahmengeber und Übersetzer. Übersetzer von Vorwürfen in Bedürfnisse, von emotionalen Ausbrüchen in verständliche, klare und konstruktive Aussagen.

Ablauf Workshop Teamentwicklung – Flexibilität steht an erster Stelle

Natürlich gibt es zahlreiche Methoden für Teamentwicklung und Teamcoaching. Und natürlich machen wir uns / ich mir nach der Auftragsklärung einen ungefähren Fahrplan für das Vorgehen und den Ablauf.

Doch die in meinen Augen wichtigste Methode, das wichtigste Werkzeug ist das genaue Hin- und Zuhören. Zu hören, was jemand wirklich sagen will, worum es ihm wirklich geht, und was er damit auch für das Team verhandelt. Genau zu beobachten, was einzelne Aussagen bei anderen auslösen, welche Reaktionen erzeugt, und welche Gefühle ausgelöst werden. Was ist da los und wie kommen wir (wieder) zusammen? Wie schaffen wir es wertschätzend und respektvoll miteinander zu kommunizieren? Was braucht das Team? Und wie kommt es dahin?

Und es geht um die innere Haltung des Teamentwicklers. Unparteiisch zu sein und zu bleiben. Nicht zu werten, einfach nur wahrnehmen, hören, reinspüren. Was ist da? Was ist da noch? Und was ist hinter dem da noch? Es geht um Respekt, um Begegnung auf Augenhöhe und ehrlichen Austausch.

Deswegen gestalte ich den Ablauf eines Teamentwicklungs-Workshops in der Regel offen. Ein roter Faden und eine klare Leitidee zum zentralen Thema und Anliegen sind wichtig. Eine zu festgelegte, starre Struktur eher hinderlich. Denn es ist nie klar, wohin die Reise geht. Das Team bringt die Inhalte. Ich gebe den Rahmen. Gemeinsam machen wir uns auf die Reise. Der Coach als Kutscher, das Team als Fahrgast der bestimmt wohin es geht.

Teamtwicklung ist ein Prozess und manchmal wie ein Befreiungsschlag

Natürlich kann sich ein Team in dem sich die Fronten womöglich seit Jahren verhärtet haben nicht von heute auf morgen verändern. Es ist ein Prozess. Und es ist Arbeit. Dieser Prozess kann manchmal schmerzhaft sein, manchmal hart und holprig und mühsam.

Und er kann ein Befreiungsschlag sein.

Wenn ich als Teammitglied erkenne, dass die anderen nicht gegen mich sondern einfach nur für sich handeln, wenn Unausgesprochenes unter dem Teppich hervorgekehrt wird und endlich gesagt werden darf, wenn ich ehrliches Feedback bekomme und geben darf, wenn wieder ein gemeinsames Ziel im Vordergrund und Fokus steht und nicht mehr Groll und Widerstand, wenn Erkenntnisse Blockaden ablösen, und wenn ich beginne, andere zu verstehen, weil sie die Möglichkeit haben, sich zu erklären.

 

Teamentwicklung ist nachhaltig – aber kein Spaziergang

Wie aus dem bereits Beschriebenen vermutlich schon hervorgeht, geht es bei meiner Art der Teamentwicklung nicht darum, zusammen zu kochen (so gern ich das auch mit Gruppen mache…), in einen Hochseilgarten zu gehen oder sich beim Paintball gegenseitig abzuschießen. Es ist kein Fun-Tag und wahrlich kein Spaziergang. Doch der Effekt ist auch dementsprechend nachhaltiger und nicht am übernächsten Morgen verpufft. Bei der systemischen Teamentwicklung geht es darum, die Bedingungen für die Zusammenarbeit zu verbessern, die Leistung des Teams zu optimieren, die Motivation und Identifikation der Teammitglieder zu ermöglichen und zu stärken und ein Arbeitslima zu schaffen, in dem sich die Mitarbeiter wohl und in ihrer Kraft fühlen.

Denn so reibungs-, emotions- und konfliktlos manche Maschinen oder maschinellen Prozesse auch funktionieren mögen, gegen ein hochmotiviertes und arbeitsfähiges Team das Spaß an der Sache hat, kommen sie wohl niemals an.

 

Nutzen Sie das Potential Ihres Teams!

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